Welpen und Zucht PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dalia Fichmann   
Mittwoch, 06. August 2008 um 12:01
Welpen sind sehr süss und schnell ist der Wunsch geweckt, selber zu züchten. Es ist ein Gerücht, dass eine Fähe mindestens einmal in ihrem Leben gedeckt werden muss. Für die Zucht sollte man aber einiges bedenken!

  • Wie gut kenne ich die Abstammung der Zuchttiere, bin ich sicher, dass sie nicht verwandt sind? Gibt es in der Linie bereits Gendefekte wie Taubheit oder Hodenhochstand, darf mit diesem Tiernicht gezüchtet werden (siehe Sonderfarben und Gendefekte).
  • Über welche Charakteren verfügen die Elterntiere?
  • Sind die Frettchen, die zur Zucht eingesetzt werden geimpft und entwurmt?

  • Habe ich genügend Platz, um die Frettchen getrennt zu halten, die Fähe und die Welpen richtig unterzubringen, allenfalls Welpen den Anforderungen gemäss artgerecht zu halten, wenn ich sie nicht vermitteln konnte, wieder zurück nehmen muss...?

  • Ist genügend Zeit vorhanden, um die Welpen aufzuziehen, ab der 3. Woche ist das ein Fulltime-Job?

  • Ist ein Frettchenerfahrener Tierarzt in der Nähe, der bei Problemen Tag und Nacht zur Verfügung steht?

  • Gibt es genügend Abnehmer, die die Frettchen artgerecht halten werden?

  • Frettchenzucht sollte Fachleuten überlassen werden.

Die Trächtigkeit einer Fähe dauert 42 Tage (+/- 2 Tage). Ein paar Tage vor dem Wurftermin, sollte die Fähe von den anderen Fretts getrennt werden. Fähen die zusammen aufgewachsen sind, können sich auch gemeinsam um die Welpen kümmern. Die werdende Mama fängt nun an das Nest zu bauen. Die Wurfkiste muss dafür mit Tüchern, die man waschen kann ausgepolstert sein. Der Wurfkäfig sollte ca. 2m2 gross sein, die Wurfkiste muss allenfalls Platz für Mutter und 14 Welpen bieten, ausser dem muss sie gut zu reinigen sein. Die Fähe kann sich nach der Geburt sehr stark verändern. Es gibt Fähen, die ihre Jungen sehr stark verteidigt und ganz schön beissen wird, sobald man sich den Welpen nähert, auch wenn sie vorher noch so lieb war. Die Welpen kommen blind, taub und nackt zur Welt. Sind die Welpen erstmal da, muss darauf geachtet werden, dass die Fähe auch ausreichend Milch hat und die Welpen gleichmässig zunehmen. Sollte dies nicht sein, muss zugefüttert werden. Dafür werden sie jeden Tag auf die Waage gelegt und das Gewicht notiert. Somit ist auch schon in diesem Alter der tägliche Kontakt zum Menschen gegeben, der für später sehr wichtig ist. Ab 3 Wochen müssen die Kleinen nun auch zugefüttert werden. Sie wachsen sehr schnell und die Mutter wird somit entlastet. Für den Anfang eignet sich püriertes Fleisch mit Katzenwelpenaufbauflocken (zB. Gimpet). In der Wurfkiste muss jetzt  auch ein Klo zur Verfügung stehen. Die Babies sind noch blind aber sehr sauber, wenn ihnen die Möglichkeit gegeben wird, sie gehen bereits aufs Klo :-).

Mit ca. 4-5  Wochen öffnen sie langsam ihre Augen. Nun beginnen die Welpen auch feste Nahrung zu sich zu nehmen. Sie müssen nun mindestens dreimal am Tag gefüttert werden. Sie fressen so ziemlich alles was man ihnen gibt, auch Finger. Bei Mama darf am Kücken mit geknabbert werden.



Die kleinen Rabauken wachsen sehr schnell und die Fähe hat viel zu tun, alle zusammen zuhalten. Der Kontakt zum Menschen wird immer wichtiger, sie sollen schliesslich einmal Handzahm werden. Auch wird ihre Neugierde immer grösser und sie krabbeln schon fleissig überall hin. Natürlich ver säubern sie sich wo sie gerade sind und es muss mehrmals täglich geputzt werden. Den nur wenn sie sauber gehalten werden, sind sie später auch stubenrein. Der soziale Kontakt unter den Wurfgeschwistern ist enorm wichtig und prägt fürs ganze Leben.

Im Alter von mindestens 9 - 10 Wochen können die Welpen von der Mutter getrennt werden und in ihr neues zu Hause einziehen. Wir empfehlen die Kleinen aber erst mit 10 Wochen abzugeben, da sie mit 8 Wochen noch voll im Zahnenwechsel sind. In dieser Zeit sind sie oft bissiger und sehr sensibel und es ist kein idealer Zeitpunkt für einen Wechsel.
Mit 8 Wochen werden die Frettchen das erste Mal geimpft, ev. gechippt, dies geschieht optimaler Weise noch solange sie bei der Mutter sind.



Die Aufzucht von Frettchenwelpen ist zwar sehr schön aber mit sehr viel Zeit und Aufwand gekoppelt. Mit einem 100% Job unmöglich. Auch finanziell kommt da einiges auf einem zu. 7 - 14 Welpen mit hungrigen Bäuchlein mögen einiges an Frischfleisch vertragen. Auch die Fähe braucht während der Trächtigkeit und der Aufzucht sehr hochwertige und proteinhaltige Nahrung. Neben den normalen Tierarztkosten für Checks, kann auch immer unerwartetes passieren, Probleme bei und nach der Geburt, Krankheiten und Verletzungen bei den Welpen, wo man auch mitten in der Nacht zum TA fahren muss usw.



Folgende Punkte müssen abgeklärt sein:

  • Habe ich genug Abnehmer für meine Welpen, eine Fähe kann bis zu 15 Welpen werfen?
  • Kann ich mich ausreichend um die Fähe in der Schwangerschaftkümmern?
  • Die Fähe braucht in der Schwangerschaft und danach sehr hochwertiges Futter, kann ich mir das leisten?
  • Habe ich genug Platz, um die Fähe und die Welpen getrennt von den anderen Fretts zu halten?
  • Habe ich einen Frettchenkundigen Tierarzt, der auch im Notfall einen Kaiserschnitt durchführen kann? Ist er auch Nachts erreichbar falls es bei der Geburt Probleme gibt?
  • Habe ich genügend Zeit, mich ausreichend um die Fähe und die Welpen zu kümmern?
  • Kleine Fretts beissen auch sehr heftig, weil sie alles als Futter ansehen, das kann schon sehr schmerzhaft sein. Kann ich damit umgehen? (siehe Erziehung)
  • Habe ich die Möglichkeit, ein paar Welpen selbst zu behalten, fallses zu wenig Käufer gibt?
  • Bin ich in der Lage Frettchen zurück zunehmen, falls es am neuen Ort Probleme gibt?


Ganz WICHTIG ist; mit der seriösen Zucht von Frettchen lässt sich kein Geld verdienen!

Falls Ihr noch mehr über Zucht und Aufzucht erfahren möchtet, dann schreibt uns ein Mail!

Auf Wunsch geben wir Euch gerne Adressen von seriösen Züchtern an.

Die Foto's stammen aus der Zucht von Simone und Dalia, Wurf 2003/2004.

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