Zusammenführung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dalia Fichmann   
Samstag, 16. August 2008 um 12:00

 

Viele werden von der Frettchensucht gepackt und möchten gerne zu den bestehenden Frettchen noch weitere aufnehmen. Oder ein Frettchen ist leider verstorben, das Verbliebene soll aber nicht alleine gehalten werden und es wird wieder nach einem 2. Frettchen ausschau gehalten.


Frettchen sind soziale Tiere und leben gerne in kleineren Gruppen, auf jeden Fall aber nicht alleine. Eine Zusammenführung ist aber in vielen Fällen nicht ganz einfach. Einige Dinge sollten dabei beachtet werden.

  • Die/das bereits vorhandene/n Frettchen sollte unbedingt mitgenommen werden, damit es sich seinen Partner selber aussuchen kann.

  • Das erste Zusammentreffen sollte auf neutralem Gelände statt finden.

  • Bei der ersten Begegnung kann es zu kleineren Reibereien kommen, eingreifen sollte man nur dann, wenn die Rangelei länger anhält und die Frettchen nicht mehr voneinander loslassen. Aber Achtung; in dieser Situation erkennt das Frettchen seinen Besitzer nicht, es wird einfach um sich beissen.

  • Lautes quitschen/schreien, entleeren der Analdrüsen ist in dem Moment normal. Das Geschehen muss gut beobachtet werden. Vor allem Fähen neigen dazu, zu quitschen, bevor überhaupt etwas passiert ist. Es gibt keinen Grund einzugreiffen.

  • Kommt es schon beim ersten Treffen zu Reibereien, die nicht nach einigen Sekunden von selbst aufhören, sollte man keine Zusammenführung ausprobieren und sich nach einem anderen Partner umsehen.

  • Zusammenführungen können für alle mit Stress verbunden sein und es kann einige Wochen, sogar Monate dauern, bis wieder Harmonie in der Gruppe herrscht, es lohnt sich aber auf jeden Fall.

  • Es gibt Frettchen, die können sich Wort wörtlich nicht riechen, in diesem Fall hat es keinen Sinn, die Tiere über einen längeren Zeitraum diesem Stress auszusetzen.

  • Auch wenn die erste Begegnung harmonisch verläuft, kann es Zuhause doch zu Reibereien kommen, da die/das vorhandene/n Frettchen sein/ihr Revier verteidigt.

  • Das Geschlecht spielt eigentlich keine grosse Rolle, 2 Rüden können sich genau so gut verstehen, wie ein Pärchen. Wichitg dabei ist nur, dass alle kastriert sind.

  • Die Frettchen sollten in etwa das gleiche Alter haben, max. 2 Jahre Unterschied. Nimmt man einen Welpen zu einem z.B. 5-jährigen Frettchen dazu, ist dem Welpen sehr rasch langweilig und das ältere Frettchen ev. rasch genervt und reagiert dann mit einer Abwehrhaltung.

  • Es gibt keinen Welpenschutz!

An vielen Orten liest man, dass die Frettchen zu Beginn in separaten Käfigen gehalten werden sollten, die man nebeneinander stellt. Davon kann ich allerdings nur abraten. Frettchen orientieren sich sehr stark nach dem Geruch. Ein neues Frettchen ist in erster Linie ein Eindringling im eigenen Revier. Wird der Geruch dieses Eindringlings über längere Zeit wahrgenommen, verstärkt dies nur die Rivalität und es wird beim Zusammentreffen zu stärkeren Kämpfen kommen. Ist es notwendig, die Frettchen am Anfang getrennt zu halten, sollte dies eine räumliche Trennung sein, wo sie sich nicht riechen können.

Kommt es unter den Frettchen nur zu kleinen, kurzen Auseinandersetzungen, gequitsche ohne Rangeleien (entleeren, absetzen von Kot kann vorkommen), sollten die Frettchen nicht mehr getrennt werden. Mit jeder Trennung, fängt man nachher wieder von neuem an.

Zieht sich ein Frettchen nur noch zurück, verkriecht sich, kommt zum fressen und spielen nicht mehr von selber hervor, versäubert sich ev. sogar im Schlafhäuschen... ist die Zusammenführung eindeutig zu viel Stress und sollte abgebrochen werden.

 

Kommt es unter den Frettchen immer wieder zu Kämpfen, gibt es ein paar Hilfsmittel, die man ausprobieren kann:

  • Zusammentreffen möglichst häufig auf neutralem Grund. Spaziergänge eignen sich da bestens, da sind die Frettchen auch noch ein bisschen abgelenkt.

  • Alle Frettchen ausnahmsweise waschen und mit Babypuder an Nacken und Po bepudern, so riechen die Frettchen alle gleich. Dies hilft aber nur für kurze Zeit, da sie den Eigengeruch rasch wieder annehmen.

  • Zitronensaft auf den Nacken ins Fell geben, ein Geruch, den die Frettchen gar nicht mögen, beissen sie dort 1-2 x rein, hören sie auf damit. Aber BITTE: nicht auf offene Wunden, das brennt wie verrückt!

  • Offene Wunden am Nacken mit verdünntem Kamilosan oder Bethadin auswaschen.

  • Wird ein Rüde und eine Fähe, ein Adultes und ein junges Frettchen zusammengeführt, empfiehlt sich eine Kiste mit einem kleinen Loch, so kann sich die Fähe oder der Welpe zurückziehen, ohne das der Rüde/das adulte Tier folgen kann.

  • Ist es immer wieder das selbe Frettchen, dass auf die anderen los geht, kann auch ich ihm mal zeigen, dass ich das nicht dulde.

  • Viel Geduld und immer die Nerven behalten.


Habt Ihr Probleme bei der Zusammenführung, seit unsicher, ob das wirklich noch tolerierbar ist, nehmt Konatkt mit mir auf.

 

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