Krankheiten und Impfungen PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dalia Fichmann   
Mittwoch, 06. August 2008 um 11:11
Frettchen sind besonders empfänglich für einige virale- und bakterielle Infektionen, die auch bei Hund und Katze auftreten können, wie Staupe, Parvovirose, Leptospirose und Tollwut (nur für Grenzübertritte nötig). Auch Erkrankungen des Menschen sind übertragbar. Nicht empfänglich sind sie dagegen für Nerzvirusenteritis und Katzenschnupfen.

Da in der Schweiz noch keine speziell für Frettchen zugelassenen Impfstoffe erhältlich sind, muss in der Regel auf Hundevaccinen zurückgegriffen werden. Tragende Fähen sollten nicht mit Lebendvakzinen geimpft werden.


Staupe-, Parvo-, Leptospiroseschutzimpfung

Frettchen sind ganz besonders empfänglich für diese Viren der Hunde und sollten daher regelmässig geimpft werden.

Die Grundimmunisierung erfolgt mit zwei Impfungen, in einem Abstand von vier Wochen. Bei Welpen ab der 8.Woche. Danach wird die Impfung bei Frettchen mit Aussenkontakt wiederholt.


Tollwutschutzimpfung

Die Tollwutschutzimpfung empfiehlt sich besonders bei Jagdfrettchen, die mit anderem Wild in Berührung kommen können. Für einen Grenzübertritt muss die Tollwutschutzimpfung mindestens 21 Tage alt, max. 1 Jahr, Boosterung alle 3 Jahre. In der Schweiz ist die Tollwutimpfung nicht nötig.

Würmer, Kokzidien und Giardien

Auch Frettchen sind vom Befall betroffen , vorallem, wenn sie auf Spaziergänge mitgenommen werden. Durch Fütterung mit Frischfleisch und Futtertieren, kann es ebenfalls zu Parasitenbefall kommen. Bei adulten und gesunden Frettchen bleibt dieser Befall oft unbemerkt, da er Symptomfrei verlaufen kann. Bei grossem Stress oder geschwächtem Immunsystem vermehren sich die Parasiten aber sehr rasch und es kann zur Infektion kommen. Bei Zusammenführungen kann der Neuzugang Parasiten mitbringen,  die nach 2-3 Tagen zu massivem Durchfall, der aber blutig sein kann, führen. Da die Frettchen in verschiedenen Floren gelebt haben, kann es kurzzeitig ebenfalls zu Durchfall kommen, der sich aber nach 2-3 Tagen wieder stabilisieren sollte. Bei Befall von Magen-/Darmparasiten werden die Darmwände stark angegriffen und das Futter kann nicht mehr richtig verwertet werden. Griesiger/körniger Kot kann ebenfalls ein Anzeichen von Parasitenbefall sein, da das Protein unverdaut wieder ausgeschieden wird.
Bei Frettchen sollte daher regelmässig eine Kotproben untersucht werden lassen. Für Würrmer und Kokziden mit nativ Kot und für Giardien mit SAF, beides beim Tierarzt erhältlich. Da die Eier nicht immer mit dem Kot ausgeschieden werden, empfehlen wir; eine Sammelprobe über 2-3 Tage, die Röhrchen in der Zwischenzeit im Kühlschrank aufbewahren. Die Proben sollten an die Parasitologie per Express eingesendet werden.

Fähen, die gedeckt werden, sollten auf jeden Fall erst untersucht werden, da Kokzidien und Giardien für die Welpen tödlich sein können. 

Das zur Zeit beste Medikament bei Kokzidien ist Baycox, 5% 0,1ml/kg. Sollten Ihre Frettchen von Parasiten befallen sein, kontaktieren Sie bitte Ihren Tierarzt.

Müssen Frettchen wegen Magen-/Darmparasiten mit Medikamenten behandelt werden, welche die natürliche Darmflora auch beeinträchtigen, empfiehlt es sich, diese durch Gabe von probiotischen Bakterien (z.B. Bene-Bac) wieder aufzubauen.

 

Ohrmilben

Frettchen sind sehr anfällig für Ohrmilben. Die Ohrmuscheln sollten daher immer gut kontrolliert werden. Ein unbemerkter Befall kann zu Ohrenentzündungen führen. Symptome dafür sind Kopfschiefstellung, unkoordinierter Gang. Bei Verdacht auf Ohrmilben sollte ein Tierarzt kontaktiert werden und mit den dafür geeigneten Mitteln (nur beim Tierarzt erhältlich) behandelt werden.

 

Fettschwanz


Ein Fettschwanz entsteht durch eine hormonell bedingte Überproduktion der Talgdrüsen am Schwanz. Das Fett (Talg) verstopft die Drüsen (zu erkennen an den schwarzen Punkten am Schwanz), das Fell fällt aus, der Schwanz kann nun komplett kahl sein. Im Fellwechsel in den Sommermonaten gibt ein Fettschwanz kein Grund zur Sorge. Um die Drüsen zu öffnen, kann der Schwanz mit Babypuder eingerieben werden, über Nacht eintrocknen lassen und am nächsten Tag mit einer weichen Bürste entfernen. Die Drüsen sind nun wieder frei und das neue Fell kann schneller wieder wachsen. Spätestens mit dem Wechsel zum Winterfell, sollte der Schwanz wieder komplett behaart sein. Ist dem nicht so und die kahlen Stellen ziehen sich weiter über den Rücken, kontaktieren sie bitte einen Frettchen erfahrenen Tierarzt um eine Nebennierenerkrankung auszuschliessen.



LAST_UPDATED2