Erziehung PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Dalia Fichmann   
Sonntag, 03. August 2008 um 22:41
Frettchen sind lernfähig, wer aber einen Gehorsam wie bei einem Hund erwartet, wird enttäuscht werden. Frettchen kann man sehr gut dazu erziehen, auf ihren Namen zu hören, auf ein bestimmtes Geräusch (Quitschi, Clicker, Leckerlidose) heran zukommen, auf die Klokiste zu gehen, nicht zu beissen oder auf dem Spaziergang nicht unter Hindernisse wie parkende Autos zu kriechen. Frettchen sind sehr eigenwillig, deshalb lieben wir sie ja auch, so kann es gut sein, dass nicht jeder Befehl sofort befolgt wird!


Sie lernen am besten über positive Bestärkung, also mit Belohnung, sei es mit Leckerchen oder einer Streicheleinheit, was es halt am liebsten mag.

Mit körperlicher Bestrafung erreichst Du nur das Gegenteil, das Frettchen wird handscheu und verliert das Vertrauen zum Menschen.

Am besten beginnt man damit, das Frettchen zu lernen auf einen Namen zu hören oder auf ein Geräusch heran zukommen. Nutze dazu die Fütterungszeit, gehst Du mit der Futterschale ins Gehege und das Frettchen rennt in deine Richtung, sagst du seinen Namen oder machst dein ausgewähltes Geräusch (hohe Töne eignen sich besser), kommt es zu dir, gibt es Essen oder eine Belohnung. Dass Frettchen lernt so das Wort/Geräusch mit etwas Positivem zu verbinden. Mit der Zeit kann die Belohnung reduziert, jedoch nie ganz weggelassen werden.

Mit dem gleichen Prinzip kann ich ein „brav" einbauen, welches man später anstatt immer Leckerlis als Lob geben kann. Macht das Frett chen also etwas Gutes, z.B. wenn es aufs Klo geht, kommt ein ruhiges eher lang gezogenes „braaaav" und sofort ein Leckerchen, so kann es das Wort brav mit etwas Gutem verknüpfen. Kommt das Freggel auf mein Rufen, kommt sofort „braaav" - Leckerchen.

Auch den Befehl NEIN oder AUS lernen die Rabauken sehr schnell. Macht es etwas, dass es nicht darf, z.B. beisst es Dir gerade in die Hand oder Füsse, erfolgt sofort ein kurzes prägnantes "NEIN", reagiert es nicht, nimm es am Nacken, so dass es nicht mehr an Deine Haut kann, nicht hoch heben oder gar fort werfen (Verletzungsgefahr) und wiederhole nochmals etwas lauter "NEIN", hört es auf, kommt sofort das Lob „brav".


Beissen

Es gibt verschiedene Gründe warum Frettchen beissen und es gibt den Unterschied zwischen Beissen und Zwicken. Um das Beissen aus welchem Grund auch immer abzugewöhnen, muss man viel Geduld mitbringen. Körperliche Bestrafung ist auch hier fehl am Platz.


Welpen

Beobachtet man Welpen im Spiel untereinander, wird recht heftig gebissen und am Nacken gezerrt, mit ihrem dicken Pelz ist dies nicht weiter schlimm. In unserer nackten Haut tut dies aber schon heftig weh. Der Welpe muss zuerst lernen, dass er beim Menschen nicht zubeissen darf. So verrückt wie das klingen mag, es ist wichtig, zuerst den Welpen beissen zu lassen, dazu schliesst man die Hand am besten zu einer Faust, so ist es dem Welpen nicht möglich voll zu zubeissen. Auf diese Weise ist es mir aber möglich, mit dem Kommando "NEIN" (siehe oben), dem Frettchenwelpen ohne Gewalt das Beissen abzugewöhnen.

Manche Jungfrettchen haben dann oft noch eine Phasen wo sie austesten wollen, wie weit sie gehen können und auch da zwicken sie sehr fest. Sie probieren einfach aus, ob sie dies beim Menschen machen dürfen.


Beissen beim ausgewachsenen Frettchen

Spielaufforderung: Das Frettchen hüpft um einem herum, springt einem plötzlich an und zwickt kurz zu und springt in nächster Sekunde schon wieder weg.

 

Liebesbiss

Gegenseitiges Fellschlecken und anschliessendes knabbern im Fell ist unter Frettchen die sich mögen ein normales Verhalten. Dass sie dies beim Menschen ebenfalls tun, ist eigentlich ein sehr gutes Zeichen, sie mögen Dich und möchten Dir dies auch zeigen.

Angstbeissen

Wurden die Frettchen nicht sozialisiert, schlecht gehalten oder sogar misshandelt, haben sie vor Menschen meist Angst. Bei Raubtieren liegt es im Instinkt, bei Angst sich zu wehren und zu zubeissen. Ganz nach dem Motto, Angriff ist die beste Verteidigung. Solche Tiere müssen den Umgang mit den Menschen zuerst lernen.


Ranzbeissen

Rüden in der Ranz beissen oft zu und versuchen dann die Hand oder den Fuss zu verschleppen. Dies ist ein natürlicher Vorgang ihres Sexualtriebes, den sie nicht ausleben können und dies dann am Menschen ausleben.

Im Umgang mit beissenden Frettchen ist in allen Fällen viel Geduld und keine körperliche Bestrafung gefragt. Vertrauen schaffen kann ich, indem ich das Frett möglichst viel mit der Hand füttere, verbunden mit leisen beruhigenden Worten und Lob, wenn es sich nicht ängstlich zeigt. Keine schnellen und hektische Bewegungen und es nicht bedränge. Beim verabreichen von Vitaminpaste zuerst nur kurze langsame Brührungen, bei sehr Ängstlichen zuerst nur mit dem Handrücken, Tiere können dies erstaunlicher Weise unterscheiden, mit dem Hand- rücken kann nicht zugegriffen werden.

Bei Problemen könnt Ihr uns gerne anrufen oder mailen, wir helfen Euch gerne weiter!










Stubenreinheit


Nicht jedes Frettchen wird 100% stubenrein, da muss man schon tolerant sein, wenn mal was daneben geht. Es gibt vereinzelt Frettchen, die sogar gar nicht aufs Klo gehen, es gibt aber auch solche, die wirklich 100% stubenrein sind. Zu einem Grossteil lernen die Frettchen aber auch aufs Klo zu gehen. Die einen brauchen etwas länger als die anderen. Auch hier braucht es zu Beginn viel Geduld. Gerade junge Freggels vergessen im Spiel schnell einmal, dass im Ecken am anderen Zimmerende eigentlich ein Klo stehen würde. Die Schnauze in den Kot oder Urin zu drücken hilft da auf gar keinen Fall, ein solches Handeln kann ein Tier überhaupt nicht verstehen.
Wichtig ist zuerst einmal das richtige Platzieren der Klo's, da ist Anpassungsfähigkeit vom Menschen gross geschrieben. Denn die Rabauken suchen sich ihr Plätzchen schon selbst aus, daher sollte das Klo auch dort aufgestellt werden. Der Rand darf nicht zu hoch sein, da das Frettchen zum versäubern rückwärts geht und einigen ist da der Rand eines handelsüblichen Katzenklos zu hoch. Bewährt haben sich Blumentopfuntersätze, die in allen Grössen erhältlich sind oder ein spezielles Frettchen-WC. Versäubert sich das Tierchen neben dem Klo, nimmt man das Häufchen und legt es ins Klo hinein, die verunreinigte Stelle muss gut mit Putzmittel oder Essig gesäubert werden. Das Klo muss täglich gereinigt werden aber nicht zu säuberlich, damit das Frettchen anhand des Geruches das WC auch wieder findet. Wird das Klo total gereinigt, empfiehlt es sich etwas vom alten Einstreu wieder rein zugeben. Als Einstreu eignet sich normaler Katzensand. An Stelle von Einstreu kann auch Haushaltspapier eingelegt werden. Dies hat den Vorteil, dass kein Katzenstreu in der Wohung verteilt wird und rasch und sauber geputzt werden kann. Am Anfang braucht es ein paar Tage, bis die Frettchen sich daran gewöhnt haben und das Haushaltspapier nicht zum spielen verwendet wird.
Geht das Frett aufs Klo, kommt sofort das Lob „brav" und ein Leckerchen. Will es sich wo anders versäubern, kann man es hochheben, in die Kiste setzten und loben wenn es sich dort versäubert. Nach dem Schlafen müssen die Frettchen immer zuerst aufs WC, deshalb ist ein guter Tipp; vor dem öffnen des Käfigs zuerst zu warten, falls sie geschlafen haben, bis alle auf dem Klo waren. Ein Klo gehört daher auch in die Nähe des Schlafplatzes. Bei mehreren Tieren müssen auch entsprechend mehr Klos aufgestellt werden, nicht jedes Frett möchte aufs gleiche Klo und das eine oder andere ist vielleicht sehr heikel und geht nicht mehr drauf, wenn schon 1 - 2 Häufchen drin sind.

Viel Erfolg und natürlich auch Spass bei der Erziehung und wir stehen Euch für Fragen gerne zur Verfügung.


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